Wer hat hier einen Namen?
Schau dir folgenden Teil eines Stadtplans mal an. Benenne, was du siehst und was dir dabei durch den Kopf geht.
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Wissenschaftler-Viertel. Bestand plus geplantes Neubaugebiet.5
Einladung zu einer Versammlung
Einladungsbrief 6
Infokasten Bürgerversammlung
Bürgerversammlungen sind in Nordrhein-Westfalen prinzipiell möglich: Einwohner:innen können dort Fragen stellen und Anträge einbringen.7
Verbindliche Beschlüsse kann die Versammlung nicht fassen — die rechtlich bindende Entscheidung liegt beim gewählten Stadtrat. Das gilt auch für Straßenumbenennungen.
Das Ergebnis eurer Sitzung wird daher eine Empfehlung an den Stadtrat von Musterstadt sein.
Aufgaben
- Machen Sie sich zuerst mit dem WAAGE(R)-Modell und dann mit dem Notizzettel vertraut. Beide begleiten uns durch die gesamte Einheit.
- Beginnen Sie mit dem ersten Schritt — Wahrnehmen: Beschreiben Sie den Entscheidungskonflikt aus dem Brief in zwei Sätzen.
- Gehen Sie über zum zweiten Schritt — Analysieren: Stellen Sie mindestens drei konkrete Handlungsoptionen zusammen — berücksichtigen Sie dabei sowohl den Bestand als auch das Neubaugebiet. Formulieren Sie mindestens drei Fragen, die Sie beantwortet haben müssen, bevor Sie argumentieren können.
Wie gehen wir vor?
Wie kommt man zu einer begründeten Entscheidung? Dafür gibt es ein Modell, das dir hilft, Schritt für Schritt zu denken, statt vorschnell zu urteilen: das WAAGE(R)-Modell.8
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Das WAAGE(R)-Modell kurz dargestellt.9
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Unser gemeinsamer Start10
Ich brauche einen Hinweis
Schau dir den Brief noch einmal an. Was genau wird beantragt — und warum ist das keine einfache Entscheidung? Es geht nicht nur um eine Person, sondern um zwei Fragen gleichzeitig.
Schau dir den Stadtplan noch einmal genau an. Es gibt zwei verschiedene Bereiche. Was ist der Unterschied zwischen ihnen — und was bedeutet das für mögliche Entscheidungen? Denk auch daran: Eine Entscheidung muss nicht immer „alles oder nichts“ sein.
Das Dilemma: Im Wissenschaftlerviertel tragen alle Straßen Namen männlicher Wissenschaftler — darunter die Fritz-Haber-Straße. Wissenschaftlerinnen erscheinen nicht im Alltagsbild.
Ein Antrag liegt vor, mindestens die Fritz-Haber-Straße, umzubenennen, da der Namensgeber heutzutage nicht unumstritten zu sein scheint. Konsequenterweise wird mit Clara Immerwahr eine Frau vorgeschlagen.
Eine Umbenennung ist nicht einfach: Sie kostet Geld, bedeutet Aufwand für Anwohner:innen, und greift in gewachsene Strukturen ein. Gleichzeitig entsteht gerade ein Neubaugebiet — dort sind die Straßen noch namenlos. Zwei Fragen stehen also gleichzeitig im Raum: Was tun mit dem, was schon da ist? Und was tun mit dem, was neu entsteht?
Mögliche Optionen:
Die Fritz-Haber-Straße bleibt unverändert / Die Fritz-Haber-Straße wird umbenannt, z. B. nach Clara Immerwahr / Ein Ergänzungsschild erklärt den historischen Kontext / Alle Straßen im Bestand werden schrittweise neu benannt / Im Neubaugebiet werden Straßen ausschließlich nach weiblichen Wissenschaftlerinnen benannt / Im Neubaugebiet werden Straßen nach bisher unsichtbaren Personen benannt / Keine Änderung im Bestand, aber neue Regeln für künftige Benennungen …
Damit wir alle stets den Überblick bewahren, haben wir einen begleitenden Notizzettel entworfen.





