LNCU

LEBENSNAHER CHEMIEUNTERRICHT

2.0
SUCHERGEBNISSE: 275
Chemie
Sekundarstufe II
Reaktionsgeschwindigkeit & Gleichgewichte
Störungen von Gleichgewichten und weltweite Folgen
Datum:

Einladung – Wie kann unsere Schule klimaneutral werden?

Simulation einer Bürgerratssitzung mit fiktiven Rollen – aber echten Ergebnissen.

01.07.2026
36385
194

LNCU.de
ID 36385

CC-BY-SA 4.0Online abrufen
Gregor von BorstelFS Chemie 26
0
Die Idee dahinterPDF

Die Idee dahinter

Ziele
Die Schülerinnen und Schüler simulieren eine Bürgerratssitzung zur Frage „Wie kann unsere Schule klimaneutral werden?" und entwickeln dabei auf Basis naturwissenschaftlicher, wirtschaftlicher und sozialer Argumente begründete, abgewogene Handlungsempfehlungen – unter Berücksichtigung konkurrierender Interessen und realer Zielkonflikte.

Die Lernenden ...

  • erläutern, welche menschlichen Aktivitäten (Energieerzeugung, Mobilität, Ernährung, Gebäudebetrieb) maßgeblich zur CO₂-Bilanz einer Schule beitragen.
  • beschreiben den Treibhauseffekt als chemisch-physikalisches Prinzip und ordnen dabei die Rolle von CO₂, Methan und anderen Spurengasen ein.
  • erklären ausgewählte Maßnahmen zur Reduktion von Treibhausgasemissionen (z. B. Photovoltaik, Wärmedämmung, pflanzenbasierte Ernährung, E-Mobilität) hinsichtlich ihrer naturwissenschaftlichen Grundlage.
  • beurteilen Maßnahmen zur Klimaneutralität anhand von Kriterien der Effizienz (z. B. Finanzierbarkeit, Wirksamkeit) und der Legitimität (z. B. Sozialverträglichkeit, Generationengerechtigkeit) strukturiert.
  • erkennen und benennen Zielkonflikte zwischen ökologischen, wirtschaftlichen und sozialen Interessen und entwickeln Kompromissvorschläge.
  • formulieren ihre Urteile begründet und für andere nachvollziehbar.
  • vertreten eine zugewiesene Perspektive argumentativ und reflektieren dabei sowohl Interessen als auch Grenzen dieser Rolle.
  • nehmen die Argumente anderer Perspektiven sachlich auf, hinterfragen sie und entwickeln sie konstruktiv weiter.
  • ordnen KI-generierte Informationen kritisch ein und benennen Stärken sowie Grenzen des KI-Einsatzes in der Expertenbefragung.
  • erkennen, dass Klimaschutz auf Schulebene Teil eines größeren gesellschaftlichen Systems ist und dass lokale Maßnahmen in übergeordnete politische, wirtschaftliche und naturwissenschaftliche Zusammenhänge eingebettet sind.
  • erleben demokratische Entscheidungsprozesse (Diskussion, Abwägung, Abstimmung) als praktikables Verfahren zur Lösung komplexer gesellschaftlicher Fragen und bewerten dieses Verfahren reflektiert.
  • beantworten die Frage „Was kann ich / was können wir konkret tun?" auf verschiedenen Ebenen (Individuum, Schule, Kommune) und unterscheiden dabei Handlungsmöglichkeiten von strukturellen Grenzen.
Beschreibung

Diese Seite eröffnet den Klima-Fall und lädt zur Simulation eines Bürgerrats ein. Über ein „Ticket“ und einen Comic-Einstieg klärt sie zunächst, was ein Bürgerrat ist: kein Parlament und keine Expertenrunde, sondern zufällig zusammengesetzte Menschen, die gemeinsam eine gesellschaftliche Frage durchdenken — mit Verweis auf reale Bürgerräte in Deutschland. Anschließend wird das inhaltliche Ziel gesetzt: begründete Handlungsempfehlungen zur Klimaneutralität der eigenen Schule, gestützt auf naturwissenschaftliche Fakten und zugleich auf wirtschaftliche, soziale und politische Realitäten. Die Lernenden erfahren, worauf sie sich einlassen: eine fremde Perspektive vertreten, Zielkonflikte benennen, KI-Auskünfte kritisch prüfen und erleben, wie demokratische Aushandlung funktioniert — und wo ihre Grenzen liegen.

Beschreibung

Im Gesamtprojekt „3 Fälle. Dein Urteil.“ schult dieser Fall den Urteilstyp des Aushandelns kollidierender Interessen. Sein spezifisches Werkzeug ist der rollengebundene Bürgerrat: Anders als bei der PLURV-Prüfung (Desinformation) oder der WAAGE(R) (Haber) entsteht das Urteil hier nicht durch Mustererkennung oder individuelles Abwägen, sondern durch deliberatives Verhandeln zwischen legitimen, konkurrierenden Positionen. Drei Werkzeuge, ein gemeinsames Ziel — begründet urteilen.

Einbettung

Der Grundgedanke für dieses Materialangebot war die LNCU-Idee, dass Chemieunterricht nicht nur Fach- und Faktenwissen vermittelt, sondern Mitverantwortung dafür trägt, dass Lernende mit diesem Wissen urteilen, bewerten und an gesellschaftlichen Entscheidungen teilhaben können.

Aus dieser Prämisse heraus wurde die Grundidee von den Gregor von Borstel im Team LNCU vorstrukturiert, im Fachseminar Chemie vorgestellt und dort aber von den Referendarinnen und Referendaren, hauptverantwortlich von K. Nielinger, L. Pönisch und D. Riechmann, ausgearbeitet. 

Die Einheit ist damit zugleich Unterrichtsmaterial und Ausbildungselement.

Die besondere Herausforderung lag bei diesem Material darin, dass es nicht beim Erkennen oder Bewerten stehen bleibt, sondern zum Handeln führt. Im Seminar war die zentrale Frage, wie man verhindert, dass eine Klimadebatte in unverbindlichem Meinen versandet. Die Antwort lag in der konsequenten Rückbindung an die zuvor erarbeitete Fachlichkeit: Wer im Bürgerrat für oder gegen eine Maßnahme zur Klimaneutralität argumentiert, muss seine Position auf das stützen, was über CO2, Stoffkreisläufe und planetare Grenzen bekannt ist. Die Rollenkarten wurden deshalb so angelegt, dass unterschiedliche legitime Interessen aufeinandertreffen – und eine gemeinsame, tragfähige Entscheidung ausgehandelt werden muss, nicht bloß eine Mehrheit gefunden.
Das Material bedient damit eine gestaltend-deliberative Urteilsdimension: Es befähigt Lernende, fachlich fundiertes Wissen in einen demokratischen Aushandlungsprozess einzubringen und gemeinsam eine Entscheidung zu verantworten. Vom Einzelfall (die eigene Schule) führt der Weg zum Prinzip (deliberative Teilhabe an Transformationsfragen).

M1

Herzliche Einladung

Weiteres

Dein Ticket.1

Aufgaben

  1. Informieren Sie sich mit Hilfe von M2, was für das Gelingen einer Bürgerratssitzung entscheidend ist und welche Ziele diese verfolgt.
M2

Informationen und Zielsetzungen

Weiteres

Ein fiktiver Bürgerrat tagt.1

Was ist ein Bürgerrat?

Ein Bürgerrat ist kein Parlament und keine Expertenrunde. Es ist eine Gruppe ganz normaler Menschen – zufällig ausgewählt, um gemeinsam über eine gesellschaftliche Frage nachzudenken. Echte Bürgerräte haben in Deutschland bereits konkrete Empfehlungen erarbeitet – zu Mobilität, Energie und Ernährung.2 Was dabei entsteht, wollen wir heute selbst ausprobieren.

Was ist das inhaltliche Ziel?

Du entwickelst gemeinsam mit anderen begründete Handlungsempfehlungen zur Klimaneutralität unserer Schule – auf Basis naturwissenschaftlicher Fakten, aber auch unter Berücksichtigung wirtschaftlicher, sozialer und politischer Realitäten. Es gibt keine einfachen Antworten. Aber es gibt gute Argumente – und die wollen wir gemeinsam finden.

Du bekommst die Möglichkeit
  • zu erklären, welche Aktivitäten an einer Schule den CO2-Ausstoß beeinflussen und welche Maßnahmen dagegen wirken.
  • Klimaschutzmaßnahmen nach klaren Kriterien zu bewerten – und dabei Zielkonflikte zu benennen.
  • eine fremde Perspektive argumentativ zu vertreten und gleichzeitig die Argumente anderer ernst zu nehmen.
  • KI-gestützte Informationen kritisch einzuordnen und zu hinterfragen.
  • zu erkennen, wie demokratische Entscheidungsprozesse funktionieren – und wo ihre Grenzen liegen.

Teilen

Einladung – Wie kann unsere Schule klimaneutral werden?
Simulation einer Bürgerratssitzung mit fiktiven Rollen – aber echten Ergebnissen.
https://lncu.de/material/wie-kann-unsere-schule-klimaneutral-werden/